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	<title>freimark.de &#187; context</title>
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	<description>Konzeption und User Experience Design</description>
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		<title>Twitter</title>
		<link>http://www.freimark.de/2009/06/twitter/</link>
		<comments>http://www.freimark.de/2009/06/twitter/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 14 Jun 2009 15:31:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>StefanF</dc:creator>
				<category><![CDATA[Essay]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikationskanal]]></category>
		<category><![CDATA[context]]></category>
		<category><![CDATA[one-to-many]]></category>
		<category><![CDATA[twitter]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Microblogging-Dienst Twitter hat den Mainstream erreicht. Nach den Early Adopters versuchen zunehmend auch Unternehmen, den Dienst f&#252;r sich zu nutzen: Manche wiederholen Fehler der Vergangenheit &#8211; andere machen vieles richtig.





The one thing you can say for certain about Twitter is that it makes a terrible first impression. You hear about this new service that [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="abstract">Der Microblogging-Dienst Twitter hat den Mainstream erreicht. Nach den Early Adopters versuchen zunehmend auch Unternehmen, den Dienst f&uuml;r sich zu nutzen: Manche wiederholen Fehler der Vergangenheit &ndash; andere machen vieles richtig.</p>

<span id="more-143"></span>


<blockquote><div>
The one thing you can say for certain about Twitter is that it makes a terrible first impression. You hear about this new service that lets you send 140-character updates to your <em>followers</em>, and you think, Why does the world need this, exactly? It&#8217;s not as if we were all sitting around four years ago scratching our heads and saying, &raquo;If only there were a technology that would allow me to send a message to my 50 friends, alerting them in real time about my choice of breakfast cereal.&laquo;
</div></blockquote>

<p>So beginnt die <a href="http://www.time.com/time/business/article/0,8599,1902604,00.html">Titelstory des TIME-Magzine</a> von dieser Woche <sup id="top1"><a href="#foot1">1</a></sup> &ndash; und wenn ich Freunden von Twitter erz&auml;hle, ernte ich oft ungl&auml;ubige Blicke: &raquo;Warum sollte mich interessieren, wenn bei jemandem ein Sack Reis umf&auml;llt? Warum sollte ich schreiben, dass mir ein Sack Reis umgefallen ist?&laquo; Der zitierte TIME-Artikel und ein etwas <a href="http://www.nytimes.com/2008/09/07/magazine/07awareness-t.html?_r=2&amp;pagewanted=all">&auml;lterer Artikel der New York Times</a> fassen es treffend zusammen: Ambient Awareness.</p>

<h3>Ambient Awareness</h3>
<p class="first">Ich folge Freunden und Kollegen auf Twitter: Ich bekomme mit wenn sie sich verlieben, &Uuml;berstunden machen, Bauchschmerzen haben, sich &uuml;ber das schmutzige Geschirr in der B&uuml;rok&uuml;che &auml;rgern, sich auf das Wochenende freuen oder wenn der Fiat 500 den Geist aufgibt. Es ist nicht irgendein Sack Reis der umf&auml;llt, es ist <em>Dein</em> Sack Reis. Die kleinen Dinge die man auch voneinander mitbek&auml;me, w&uuml;rde man sich im B&uuml;ro gegen&uuml;ber sitzen &ndash; nur das Twitter &uuml;ber die Distanz funktioniert.</p>

<p>Alle paar Stunden rufe ich die Website von Twitter auf und &uuml;berfliege die Statusnachrichten (Tweets). Ein einzelner Tweet aus 140 Zeichen erz&auml;hlt nicht viel, aber &uuml;ber die Zeit entsteht ein Roman. Und oft ergeben sich kleine Gespr&auml;che:</p>

<p align="center">
<img src="http://www.freimark.de/wp-content/uploads/twitter_unterhaltung.gif" alt="Unterhaltung auf Twitter" width="523" height="205" class="aligncenter size-full wp-image-144" />
</p>

<p>H&auml;ufig liest man einen Tweet und beim n&auml;chsten pers&ouml;nlichen Gespr&auml;ch oder in einem Telefonat nimmt man die Unterhaltung bei dem Punkt wieder auf, bei dem sie in Twitter aufgeh&ouml;rt hat.</p>

<h3>Informationsaustausch</h3>
<p class="first">Twitter wird auf verschiedene Weisen genutzt &ndash; so wie ein Blog ein pers&ouml;nliches Tagebuch sein kann, w&auml;hrend ein anderes Blog einen fachlichen Bezug hat. Manche verwenden Twitter auch, um Links zu posten: Artikel die sie selbst lesenswert finden oder von denen sie denken, dass sie f&uuml;r ihre Follower interessant sein k&ouml;nnten. Ich folge einigen Kollegen die h&auml;ufig solche Links posten, und manches Mal waren gute Sachen dabei: Studien, ein Artikel zu genau der Sache &uuml;ber die ich schon seit Tagen gr&uuml;ble, Kunst im Netz.</p>

<p>Twitter eignet sich auch, um eine Frage in den Raum zu werfen: 5 Minuten sp&auml;ter hat man 3 Antworten an der Hand. Ist ein halb eingerissener Geldschein noch was wert? Welches sind die beliebtesten Handys mit Flash-Unterst&uuml;tzung?</p>

<p align="center">
<img src="http://www.freimark.de/wp-content/uploads/twitter_fragen.gif" alt="Fragen und Antworten auf Twitter" width="523" height="231" class="aligncenter size-full wp-image-145" />
</p>

<p>Auf Konferenzen l&auml;uft inzwischen ein Teil der Unterhaltung &uuml;ber Twitter ab. Die Teilnehmer einigen sich auf ein K&uuml;rzel (Hashtag), so dass Tweets zu dem Thema leicht als solche zu erkennen &ndash; und per Suchfunktion aufzufinden &ndash; sind: Wo die interessantesten Vortr&auml;ge laufen, wo etwas liegen geblieben ist, wo noch Unterst&uuml;tzung gebraucht wird, wo man sich abends trifft.</p>

<h3>Ausdrucksform</h3>
<p class="first">Die 140 Zeichen zwingen dazu, sich kurz zu fassen: Manche Tweets machen in ihrer K&uuml;rze den japanischen Haikus Konkurrenz, und selbst in 3 Worten und einem Hashtag l&auml;sst sich noch ein Gag transportieren:</p>

<p align="center">
<img src="http://www.freimark.de/wp-content/uploads/twitter_3wordsaftersex.gif" alt="3 words after sex" width="523" height="138" class="aligncenter size-full wp-image-146" />
</p>

<h3>Twitter und Unternehmen</h3>
<p class="first">Unternehmen k&ouml;nnen Web-2.0-Mechanismen auf zwei Arten nutzen: zur Recherche und zum Mitmachen. Um zu erfahren was die &raquo;Bloggosphere&laquo; oder &raquo;Twittersphere&laquo; denkt, gen&uuml;gt eine Suche nach einem Marken- oder Produktnamen. Diese Guerilla-Marktforschung ist nat&uuml;rlich nicht repr&auml;sentativ, aber sie gibt einen ersten Eindruck, zeigt Trends auf und liefert vor allem <em>schnelle</em> Meinungsbilder zu aktuellen Entwicklungen.</p>

<p>Wie k&ouml;nnen Unternehmen nicht nur lesen, sondern auch mitmachen? Indem sie in den Dialog mit ihren Kunden eintreten. Lufthansa ist seit kurzem bei Twitter &ndash; hier die Eintr&auml;ge von drei Tagen:</p>

<p align="center">
<img src="http://www.freimark.de/wp-content/uploads/twitter_lufthansa.gif" alt="Tweets der Lufthansa vom 3. bis 5. Juni 2009" width="525" height="559" class="aligncenter size-full wp-image-147" />
</p>

<p>&raquo;Nicht suchen, buchen. Top-Aktion nur bis Di. Ab 99 &euro; hinfliegen. USA ab 349 &euro;.&laquo; &ndash; mit einem Wort: Werbung. Die Lufthansa wird damit viele Follower bekommen, aber ich wage die Voraussage, dass der Anteil der Schn&auml;ppchenj&auml;ger in der Gefolgschaft gro&szlig; sein wird. Eine langfristige Kundenbindung l&auml;sst sich so nicht etablieren.</p>

<p>Schlimmer noch: Lufthansa ignoriert die Besonderheiten des Kommunikationskanals. Twitter eignet sich hervorragend, um mit anderen ins Gespr&auml;ch zu kommen. Ein Monolog statt eines Dialogs k&ouml;nnte dem Image bei den Twitter-Nutzern wom&ouml;glich eher schaden als nutzen.</p>

<h3>Das Medium verstehen</h3>
<p class="first">Dass es anders geht, zeigt die Fluglinie JetBlue:</p>

<p align="center">

<img src="http://www.freimark.de/wp-content/uploads/twitter_jetblue.gif" alt="Tweets von JetBlue vom 4. bis 6. Juni 2009" width="525" height="934" class="aligncenter size-full wp-image-148" /></p>

<p>&raquo;Please call us for your options; there&#8217;s an earlier flight. Weather in the NE may cause delays or cancellations. @chrisnooney your knees are important to us; we&#8217;ve got no plans on cutting legroom.&laquo; JetBlue tritt mit Flugg&auml;sten und Interessenten in einen Dialog ein. Dies wird bereits in den Kurzbeschreibungen der beiden Fluglinien deutlich:</p>

<p align="center">
<img src="http://www.freimark.de/wp-content/uploads/twitter_bio.gif" alt="Twitter-Kurzbeschreibungen von Lufthansa und JetBlue" width="400" height="120" class="aligncenter size-full wp-image-149" />
</p>

<p>W&auml;hrend die Lufthansa unnahbar klingt (&raquo;Der offizielle Lufthansa Deutschland Twitter-Kanal&laquo;), klingt JetBlue einladend: &raquo;Have a question? Follow us and let us help!&laquo; Ab und zu flie&szlig;en auch kleine Tipps ein und geben der Unterhaltung in bester <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Cluetrain">Cluetrain-Manier</a> einen privaten Ton:</p>

<blockquote><div>
<p>@rashidanyc Hope you got a chance to snag one of the Moroso lounge seats by gate 15 at T5. I love watching the planes there ^MJ</p>
<p>@JustinRZB showing up early at the airport means you can relax before your flight, showing up late means you can relax until the next one :/</p>
</div></blockquote>

<p>Wenn sich Unternehmen in Medien engagieren, sollten sie sich sehr genau ansehen, wie das Medium funktioniert. Als 1996 die ersten Websites aufkamen, wurden einfach nur die Texte und Bilder der vorhandenen Fyler online gestellt. 2007 galt bei Second Life das olympische Motto &raquo;Dabei sein ist alles&laquo;, und ein Jahr sp&auml;ter verschwanden die sinnlosen Company Islands wieder so schnell wie sie aufgetaucht waren. Das bisherige Kommunikationsmodell <em>one-to-many</em> funktioniert nicht mehr &ndash; markets are conversations.</p>

<p><em>Mein Twitter-Handle ist <a href="http://twitter.com/freimark">freimark</a> &ndash; alles rund um Konzeption, UX und den Job. Mit einem zweiten (privaten) Account halte ich Freunde und Familie auf dem Laufenden.</em></p>

<hr />

<ol>
<li><a name="foot1">Das</a></sup> <a href="http://www.time.com/time/covers/0,16641,1101090615,00.html">Cover</a> ist auch bemerkenswert. <a href="#top1">&#8617;</a></li>
</ol>
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